11. Unstrutlauf vereint erneut knapp 300 Menschen am St. Josef Gymnasium Dingelstädt –
Novum bei 2km- und 5km-Lauf, einig sind sich alle: “Im kommenden Jahr wieder dabei!”
Der 11. Unstrutlauf sollte vor allem eines: Er sollte dem zehnjährigen Jubiläumslauf aus dem vergangenen Jahr in nichts nachstehen, die stabilen Teilnehmerzahlen der vergangenen Jahre bestätigen und vielleicht auch die ein oder andere Neuerung mit sich bringen.
Organisatorin Janett Richter zeigte sich am Ende des Tages geschafft, aber ebenso stolz auf das vom St. Josef Gymnasium erneut hervorragend gestemmte Lauferlebnis: “Es hat erneut alles reibungslos geklappt. Keine Panne, kein Unfall – einfach toll!” Und auch dem Kollegium des Gymnasiums sprach sie im Namen des Organisationsteams ein großes Dankeschön aus: “Egal an welcher Stelle auch immer – jede und jeder hat mitgedacht, hat vollen Einsatz gezeigt und war dabei stets nett und herzlich!”
Auch Läuferin Julia, Teilnehmerin des 10km-Laufs und aufgrund der weitläufigen und vor allem digitalen Werbung über Plakate und die eigene Internetseite samt Instagramaccount extra aus Mühlhausen angereist, schloss sich dieser Einschätzung an: “Der
Lauf war einfach perfekt organisiert, großes Lob!” Mit insgesamt circa 295 Läufer und Läuferinnen blieben die Anmeldezahlen auf dem Level der vergangenen Jahre. Einzig auf den Langstrecken 10km und Halbmarathon waren die Teilnehmerzahlen leicht unter dem vergangenen Jahr, konnten jedoch über andere Laufformate aufgefangen werden.
Moderiert wurde die Veranstaltung unter anderem von den Schüler/-innen Julian und Nelia. Sie präsentierten auch die gelaufenen Zeiten, die sich in diesem Jahr erneut sehen lassen konnten.
Die erhoffte Neuerung im Vergleich zu den vergangenen Jahren ließ sich dann auch bei der Auswertung der Ergebnislisten feststellen: Mit Leon-Joel Preiß gewann erstmals in der Geschichte des Unstrutlaufs ein und dieselbe Person den 2km- (6:32,5; Angabe im Format Minute:Sekunde,Hunderstel) und 5km (19:31,3)-Lauf. Zugleich stellte er mit der 2km-Zeit unter 7 Minuten einen neuen Streckenrekord auf. Den Sieg über die 10km-Distanz holte sich Franz Buch mit einer Zeit von 35:37,5. Im Halbmarathon überquerte Manuel Scheler nach 1:26:49,2 (Angabe im Format Stunde:Minute:Sekunde, Hunderstel) als Erster die Ziellinie.
Neu im Angebot der Laufformate war in diesem Jahr der Familienlauf. Hier ging es weniger um die gelaufene Zeit, sondern um das gemeinsame Lauferlebnis und somit auch das zwingend gemeinsame Ankommen. Die Teilnehmerzahl war hierbei mit mindestens drei Läufern bzw. Läuferinnen pro Team nicht genau vorgegeben. Insgesamt 11 Teams machten hiervon Gebrauch, unter anderem Familie Brodrecht-Dünnebeil. Vater Michael fand die nicht allzu lange Strecke “richtig gut” für alle Altersstufen, sodass die Familie den Lauf “im kommenden Jahr wieder geschlossen angehen wird”. Michael Brodrecht war einst selbst Schüler am Gymnasium, sodass ihm die Teilnahme – nun mit der gesamten Familie – eine weitere besondere Freude bereitete.
Während dieser Lauf erstmals in den hinteren Bereich des Riethparks führte, überzeugten die weiteren Strecken mit ihrem bewährten Streckenprofil: “Mir gefällt das abwechslungsreiche Laufgeschehen”, betont Läuferin Julia (10km, siehe oben) in diesem Zusammenhang. “Der Lauf durch die Stadt ist angenehm kurvig, somit kurzweilig und auch die Strecke bis zum Wendepunkt führt nie über besonders lange Geraden”. Knapp hinter Julia kommt Johanna ins Ziel gelaufen.
Auch sie ist eine ehemalige Schülerin der Schule und verbringt aktuell ihr Praktikum am Gymnasium. “Das Adrenalin ist aktiviert”, gibt sie kurz nach ihrem 10km-Lauf lachend zu Protokoll und betont dann mit wertschätzender Miene: “Es ist immer wieder ein Erlebnis zurückzukehren, um zu sehen, dass die Schule so lebendig ist”. Für sie besteht die größte Leistung des Laufs darin, dass unterschiedliche Menschen als Laufgemeinschaft oder Zuschauerschar zusammenkommen.
Doch es sind nicht nur die vielen Geschichten der Läufer und Läuferinnen selbst, die dem geneigten Zuhörer so vieles Spannendes bieten. Es sind auch die Geschichten an der Strecke.
Alljährlich wird das Ereignis von der Feuerwehr abgesichert, die vor allem die Straßen absperrt, wenn Läufer befahrene Verkehrswege überlaufen oder im Riethstieg die An- und Abfahrt zur Obstkelterei managen. Das schaffe schon die ein oder andere besondere – auch stressige – Situation, lautet hier die Rückmeldung und auch, dass nicht immer nur freundliche Worte fallen.
“Es ist uns als Schule und Lauforganisatoren daher ein besonderes Anliegen, gerade auch für diese besonnene und umsichtige Tätigkeit der Feuerwehr von Herzen Danke zu sagen”, ist sich Janett Richter der permanenten Herausforderung bewusst.
An der 1km-Marke für die Laufstrecken ab 5km Länge hat sich auch in diesem Jahr – wie bereits seit vielen Jahren – Familie Weinrich mit Nachbarschaft positioniert. “Wir versorgen die Läufer mit Getränken unterschiedlicher Art und feuern natürlich an”, betont Petra Weinrich. Dass diese Anfeuerung ihre Mühen mehr als wert ist, betont u.a. Johanna (10km, siehe oben) auch noch einmal im Zieleinlauf: “Den letzten Kilometer fühlt man sich dadurch wie getragen”. So kommen mit dem Lauf nicht nur Menschen im Zielbereich, sondern auch entlang der Strecke zusammen.
Diesen Gedanken des Zusammenkommens und -stehens als Gesellschaft verfolgt auch der Spendencharakter des Laufs. Dieses Jahr gehen die parallel zum Lauf gesammelten Spenden zusammen mit einem möglichen Überschuss aus den Teilnahmegebühren an das Familienzentrum Kerbscher Berg zur Unterstützung bedürftiger Familien der Region. Hierzu gehört z.B. die Finanzierung von Kursen für Familien unter schwierigen Bedingungen bzw. die Förderung von Familien, die sich die Kursgebühren für die entsprechenden Angebote nicht leisten können, betont Pia Schröter. Als Leiterin des Familienzentrums betreut sie einen Informationsstand. Zum Angebot des Kerbschen Bergs gehört ebenso die soziale Beratung, die Familien und Kinder in andere Hilfen vermittelt. Auch hierzu werden Spendengelder verwendet.
Text: Michael Gremler
Bilder: Michael Gremler




