Pfarrkirche St. Gertrud

Von wo man auch Dingelstädt betrachtet, die katholische Pfarrkirche „St. Gertrudis“ prägt das Stadtbild. Schon immer war die Pfarrkirche Dingelstädts der heiligen Gertrud geweiht, doch der heutige Kirchenbau ist längst nicht mehr derselbe wie eins. Die jetzige Pfarrkirche ist die dritte bekannte Kirche auf diesem Grundstück. Wann die erste Kirche erbaut wurde, wird wohl niemand mehr feststellen können. Jedoch wurde sie bereits im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnt. Nach dem Ausbruch eines Feuers in der anliegenden Gemeindeschenke am 13. Mai 1688 brannte auch der erste Kirchenbau bis auf die Grundmauern nieder. Die Hitze war so groß, dass die fünf Flocken schmolzen und das Metall auf die Straße lief. Es wurde später wieder zu drei neuen Glocken verwendet, die im Jahr 1693 geweiht wurden. Die Kirche wurde wieder aufgebaut. Der barocke Turm wurde im Jahr 1695 fertig gestellt. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Kirche zu klein und man entschloss sich zu einem nun dritten Neubau. Am 12. April 1852 wurde die alte Kirche abgerissen und nach dem Neubau am 11. Oktober 1855 durch den Weihbischof Joseph Freusberg von Paderborn eingeweiht. Der dreischiffige Kirchenneubau erfolgte im gotischen Baustil. Als Baumaterial diente ein gelblicher, etwas weicher Muschelkalk, der sogenannte Mehlstein, im nahen Struth gebrochen und von Dingelstädter Bauern an Sonntagen herangefahren. Die nach Süden gerichtete Fassade besteht zudem aus Buntsandstein. Der Turm ist nur bis zum Hauptgesims hochgeführt und mit einem Dach abgedeckt.

Die Kirche hat eine Länge von 50 m und eine Breite von 22 m  und die Höhe beträgt im Chor 19 m, über dem Hauptschiff 13,5 m und über dem Hauptportal 21 m.

Der Gesang und Lobpreis in der Pfarrkirche wird unterstützt von einer Feith-Orgel, die in den Jahren 1932/33 erbaut wurde. Sie hat 44 Register und wurde in den Jahren 2006-2009 zu fast 100% von der Orgelbaufirma Brode in Heiligenstadt restauriert und rekonstruiert.
Sie gehört zu den größten Orgeln des Eichsfeldes und wurde am 22. März 2009 von Herrn Weihbischof Dr. Reinhard Hauke geweiht.