Regelschule Küllstedt empfängt ukrainische Schülerinnen und Schüler
Zehn 13-jährige Kinder aus Reschetyliwka in der Zentral-Ukraine sowie zwei Lehrerinnen besuchten am vergangenen Donnerstag die Regelschule Küllstedt. Die Gruppe, die nur etwa 150–200 km von der aktuellen Frontlinie entfernt lebt, nutzte einen kurzen Urlaub in Bickenriede, um dem belastenden Alltag im Kriegsgebiet etwas Erholung zu verschaffen.
Sieben Schülerinnen und Schüler der 7. Klasse und zwei Lehrkräfte holten die Gäste am Forsthaus in Anrode ab und wanderten gemeinsam nach Küllstedt. Dort wurde eine kleine Dorfrunde gedreht und die örtliche Kirche besichtigt – ein erster kultureller Austausch, der sofort für Gesprächsstoff sorgte.
Irina, eine der beiden ukrainischen Lehrerinnen, war sehr angetan vom Ort , von den vielen schönen und gepflegten Häusern. Sie erzählte, dass in ihrem Dorf viele Häuser zerstört und unbewohnt seien und die Straßen kaputt sind.
Im Klassenraum standen spielerische Lernangebote und eine Bastelstunde auf dem Programm. Besonders eindrucksvoll war die Darbietung einer Folkloregruppe: Drei der ukrainischen Kinder, die in ihrer Heimat zu einer traditionellen Tanzgruppe gehören,
präsentierten einen kurzen Tanz in der großen Pause vor der gesamten Schülerschaft. Anschließend führten alle Beteiligten gemeinsam einen kurzen „Taktik-Tanz“ auf, bei dem auch die Küllstedter Schülerinnen und Schüler mitmachten.
Während einer lockeren Gesprächsrunde tauschten die Kinder Instagram-Accounts aus und unterhielten sich auf Englisch über Hobbys, Freizeit und Schule. Dabei erfuhren die
Küllstedter viel über die aktuelle Kriegssituation in der Ukraine – ein Thema, das viele tief berührte.
Die ukrainische Lehrerin berichtete, dass die Folkloregruppe im Sommer nach Italien reisen wird, um an einem internationalen Wettbewerb teilzunehmen. Die Küllstedter wünschten den jungen Tänzern viel Erfolg.
Da die ukrainische Schule bereits am E-Twinning-Programm teilnimmt, vereinbarten die beiden Schulen, im kommenden Schuljahr ein gemeinsames Projekt zu starten – ein weiterer Baustein für nachhaltige Zusammenarbeit.
Der Vormittag endete mit einem gemeinsamen Pizza-Mittagessen. Adressen und Telefonnummern wurden ausgetauscht, um den Kontakt zu festigen. Alle Beteiligten waren sich einig: Das Treffen war ein voller Erfolg und ein starkes Zeichen der
Solidarität und des kulturellen Austauschs zwischen den beiden Schulen.
Der Besuch hat nicht nur den Küllstedter Schülerinnen und Schülern einen Einblick in das Leben ihrer ukrainischen Gäste ermöglicht, sondern auch den jungen Ukrainern gezeigt, dass sie in Deutschland herzlich willkommen sind. Die Regelschule blickt nun erwartungsvoll auf das geplante E-Twinning-Projekt im nächsten Schuljahr.
Andrea Büchling
Lehrerin der Regelschule Küllstedt


